Sozialberatung im Bezirk Freistadt

Die Sozialhilfeverbände haben nach dem OÖ. Sozialhilfegesetz 1998 für die Errichtung von dezentralen Sozialberatungsstellen vorzusorgen. Diese neue Serviceeinrichtung wird vom Sozialreferat des Landes Oberösterreich und dem Sozialhilfeverband Freistadt finanziert.

Der Sozialhilfeverband Freistadt hat im Bezirk drei Sozialberatungsstellen eingerichtet. In Freistadt und Pregarten wurde der Verein SozialService Freistadt mit der Durchführung der Sozialberatung betraut. In Unterweißenbach wird die Beratungsstelle vom SHV Freistadt geführt.

Hilfesuchende Personen werden darüber hinaus auch in der Bezirkshauptmannschaft Freistadt informiert und beraten.

Was ist eine Sozialberatungsstelle?

Sozialberatungsstellen sind Anlaufstellen für hilfesuchende Personen mit:

  • Beratungsbedarf
  • Unterstützungsbedarf
  • Versorgungsbedarf
  • Pflegebedarf
  • insbesondere für alte, kranke oder behinderte Menschen bzw. deren Angehörige

Drei Hauptanliegen

finanzielle Probleme

einmalige Unterstützungen, Pensionen, Arbeitslosengeld, Notstandshilfe, BMS Bedarfsorientierte Mindestsicherung, Schulden, hauswirtschaftliche Beratung

psychosoziale Probleme
Scheidungsangelegenheiten (rechtliche Fragen, Unterhalt…), Arbeitsplatzprobleme, psychische Betreuung, Psychotherapie…

Menschen mit Pflegebedarf
Suche eines Heimplatzes, Pflegegeld, mobile Betreuung (Hauskrankenpflege, Altenhilfe, Haushaltshilfe…)

Aufgaben

  • erste Abklärung des Hilfebedarfs
  • Information über regionale und überregionale Hilfsangebote
  • auf Wunsch Weitervermittlung
  • Entgegennahme von Hilfeanforderungen
  • Kontaktstelle für Ärzte, Gemeinden, Behörden …
  • Aufbau eines Frühwarnsystems
  • Erstellung eines Dokumentationssystems
  • Information über die Entwicklung
  • Mitwirkung in der Fachkonferenz
  • Mitwirkung an der Öffentlichkeitsarbeit

Was können die Klienten vom Sozialservice erwarten?

  • Abklärung der momentanen Situation
  • Vorschläge von Seiten der Beratungsstelle
  • Gemeinsame Erarbeitung eines Planes
  • Unterstützung bei Antragstellung und Kontaktaufnahme zuständiger Stellen
  • Suche nach langfristigen Lösungen
  • Nachbetreuung wenn nötig

Was können andere soziale Einrichtungen vom Sozialservice erwarten?

  • Übersicht über das soziale Angebot im Bezirk
  • Weitergabe von Adressen und Telefonnummern gewünschter Stellen
  • Einladung zum Quartalstreffen aller sozialer Organisationen, des „Sozialforums“, das vom Sozialservice organisiert wird
  • Hilfestellungen bei schwierigen Klienten

Um sich ein besseres Bild unserer täglichen Aufgaben zu machen, nachstehend einige Beispiele.

Fallbeispiel 1

Herr K. kommt in die Beratungsstelle. Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Vor drei Monaten verlor er durch Mitarbeiterkürzungen seine Arbeit als Elektriker und bekommt nun Arbeitslosenhilfe. Die monatlichen Abgaben sind nur mehr schwer zu bewältigen. Als einmalige Unterstützung suchen wir für Herrn K. beim Land OÖ und dem Sozialfonds des Bundespräsidenten an. Weiters unterstützen wir ihn bei der Antragstellung für Wohnbeihilfe. Wir stellen für Herrn K. eine Sozialmarktkarte aus, somit erhält er für seine Familie den Zugang zu vergünstigten Lebensmittel. So wird es Herrn K. möglich sein, die Zeit bis zum nächsten Arbeitsverhältnis gut zu überbrücken, ohne hohe Schulden aufzubauen.

Fallbeispiel 2

Frau M. kommt in die Beratungsstelle und erzählt von ihrem alkoholkranken Lebensgefährten. Sie möchte mit ihrem Kind aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen, kann sich aber die Kaution der neuen Wohnung nicht leisten. Wir rufen den neuen Vermieter an, und bitten um eine Ratenzahlung der Kaution. Nach Antragstellungen können wir Frau M. zumindest die ersten Raten zusichern. Wir vermitteln Frau M. auch zur Frauenberatungsstelle BABSI, wo sie rechtliche und psychologische Beratung kostenlos in Anspruch nehmen kann. Frau M. nimmt auch den Vorschlag, zur Alkohol-Beratung auf der Bezirkshauptmannschaft zu gehen, wahr. Dort können auch Angehörige alkoholkranker Menschen zu informieren!

Fallbeispiel 3

Schwester C. ist Überleitungsschwester eines Linzer Krankenhauses. Es wird in den nächsten Tagen ein Patient nach Gutau entlassen und sie erkundigt sich nach Möglichkeiten der Pflegeunterstützung in diesem Ort. Wir geben ihr Namen und Kontaktadressen weiter. Sie wird die Angehörigen des Patienten auch wegen finanzieller Unterstützung nach der Entlassung bei uns vorbeischicken.

Fallbeispiel 4

Frau L. ruft in der Sozialberatungsstelle Pregarten an. Ihr Mann hatte vor 2 Monaten einen Schlaganfall und kommt nun nach der REHA nach Hause. Wir raten ihr um Pflegegeld anzusuchen und mobile Dienste zu ihrer Unterstützung einzuschalten. Frau L. kommt am nächsten Tag im Büro vorbei. Mitarbeiterin unterstützt sie bei der Antragstellung und stellt den Kontakt zu mobilen Diensten her. Da Frau L. mit der Situation noch sehr schwer zurechtkommt verweist Mitarbeiterin sie auch zur Selbsthilfegruppe pflegender Angehöriger. Frau L. pflegt inzwischen ihren Mann bereits seit einem Jahr und kann durch die Unterstützung mobiler Dienste auch ihre Hobbys noch ausüben.